Regionale Anlauf- und Be­ra­tungs­stelle für ehemalige Heim­kinder in Bayern

Stand bzw. letzte Aktualisierung am 10.11.2016

Achtung: Die Anlaufstelle ist im Februar 2016 umgezogen.
Die neue Adresse lautet:
ZBFS - Regionalstelle Oberbayern
Regionale Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in Bayern
Richelstraße 17
80634 München

Die Öffnungszeiten sind:
Mo -  Fr von 8 - 12 Uhr
Mo und Do von 13 - 15 Uhr

Die Telefonnummern haben sich geändert (siehe "Das Team").
Die bisherigen Telefonnummern werden umgeleitet, funktionieren also bis auf Weiteres noch.

Post an die alte Adresse (Bayerstraße 32) wird weiterhin zuverlässig zugestellt.

Bitte kündigen Sie Besuche kurz bei Ihrer Ansprechperson an.

Allgemeines

Die regionale Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in Bayern wurde im Rahmen des Fonds "Heimerziehung in der Bundes­republik Deutsch­land in den Jahren 1949 bis 1975" zum 01. Januar 2012 beim ZBFS – Bayerisches Landesjugendamt eingerichtet.

Bis zum 31.12.2014 konnten Leistungen beim Fonds beantragt werden.

Die Anlaufstelle unterstützt ehemalige Heimkinder in Bayern best­möglich im Sinne des Abschlussberichts des Runden Tisches Heimerziehung (vgl. S. 36 ff.) bzw. der Satzung des Fonds. Sie wirkt maß­geblich an der Aufarbeitung der bayerischen Heimerziehung der Jahre 1949 bis 1975 mit. Die Anlaufstelle legt dabei besonderen Wert auf transparente und vernetzte Arbeitsweisen und die Einbeziehung ehemaliger Heimkinder.

Aufgaben der Anlaufstelle bzw. des Landesjugendamts

Wir beraten und unterstützen ehemalige Heimkinder bei jeglichen An­liegen, die ihre Heimerziehung im genannten Zeitraum betreffen.
Wir beraten ehemalige Heimkinder im Hinblick auf Leistungen des Fonds (Anmeldefrist dafür war der 31.12.2014).
Wir leisten einen Beitrag zu der überin­di­vi­duel­len Aufarbeitung der Heimerziehung in Bayern.
Schließlich leisten wir mit den gewonnenen Erkenntnissen und Er­fah­rungs­wer­ten einen Beitrag für zukunftsgestaltende und präventive Maß­nahmen und Strategien der Jugendhilfe, im Besonderen der statio­nä­ren Jugendhilfe.

Beschwerdewege

Es ist unser Ziel, ehemalige Heimkinder so gut wie möglich zu beraten und zu unterstützen. Sollten Sie dennoch mit Aspekten der Beratung, der Antragstellung oder ähnlichem unzufrieden sein, steht der Leiter der An­laufstelle für Vermittlungsgespräche zur Ver­fü­gung.
Kann auch in diesem Rahmen eine ge­mein­same Lösung nicht gefunden werden, richten Sie Ihre Beschwerde bitte an die Geschäftsstelle des Fonds.

Kontakte und Erreichbarkeit

ZBFS – Bayerisches Landesjugendamt Regionale Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in Bayern
Büroräume: ZBFS – Regionalstelle Oberbayern

Richelstraße 17
80634 München
Telefon: 089 18966-2461; -2438; -2497
Telefax: 089 18966-2596
E-Mail: anlaufstelle@zbfs.bayern.de oder stefan.roesler@zbfs.bayern.de

Das Team

Annina Börgmann
(Mo - Fr)
Tel.: 089 18966-2434
Fax: 089 18966-2596
E-Mail: annina.boergmann@zbfs.bayern.de

Maria Lindner
(Mo - Fr)
Tel.: 089 18966-2569
Fax: 089 18966-2596
E-Mail: maria.lindner@zbfs.bayern.de

Sonja Meyer
(Mo - Fr)
Tel.:089 18966-2426
Fax: 089 18966-2596
E-Mail: sonja.meyer@zbfs.bayern.de

Katharina Nusser
(Mo - Do)
Tel.: 089 18966-2571
Fax: 089 18966-2596
E-Mail: katharina.nusser@zbfs.bayern.de

Dana Rudolph
(Mo - Fr)
Tel.: 089 18966-2518
Fax: 089 18966-2596
E-Mail: dana.rudolph@zbfs.bayern.de

Liane Spiegelberg
(Mo - Fr; Mo und Do Telearbeit)
Tel.: 089 18966-2568
Fax: 089 18966-2596
E-Mail: liane.spiegelberg@zbfs.bayern.de

Ingvelde Theisen
(Mo - Do)
Tel.: 089 18966-2412
Fax: 089 18966-2596
E-Mail: ingvelde.theisen@zbfs.bayern.de

Teresa Zeckau
(Mo - Do)
Tel.: 089 18966-2556
Fax: 089 18966-2596
E-Mail: teresa.zeckau@zbfs.bayern.de

Verwaltung:

Salvatore Rotondo
(Mo - Fr)
Tel.: 089 18966-2461
Fax: 089 18966-2596
E-Mail: salvatore.rotondo@zbfs.bayern.de

Christian Margraf
(Mo - Fr)
Tel. 089 18966-2438
Fax: 089 18966-2596
E-Mail: christian.margraf@zbfs.bayern.de

Leitung:

Stefan Rösler
(Mo - Fr)
Telefon: 089 18966-2497
Telefax: 089 18966-2596
E-Mail: stefan.roesler@zbfs.bayern.de oder anlaufstelle@zbfs.bayern.de

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Anlaufstelle sind ganztägig telefonisch erreichbar. Während der Beratungsgespräche sind Anrufbeantworter geschaltet.

Am Mittwochvormittag ist die Anlaufstelle telefonisch nicht erreichbar. 


Beirat der Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in Bayern

Am 28. Januar 2014 hat sich der Beirat der Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in Bayern konstituiert und eine Konzeption er­ar­beitet. Der Beirat besteht aus zwölf Mitgliedern: Sechs ehe­ma­li­gen Heimkindern und sechs Vertreterinnen und Vertretern von In­sti­tu­tio­nen, die für die Umsetzung des Fonds Heimerziehung in Bayern von be­son­derer Bedeutung sind. Die Aufgabe des Beirats ist vor allem die Be­gleitung der Arbeit der bayerischen Anlauf-und Beratungsstelle. Dar­über hinaus versteht sich der Beirat als Ansprechpartner für so­zial­po­litisch verantwortliche Stellen und Beiräte in anderen Bundesländern.

Bayerns Familienministerin Emilia Müller veröffentlichte anlässlich der Beirats­gründung eine Pressemitteilung, mit der sie Be­troffenen in Bayern empfahl, sich zeitnah an die Anlaufstelle zu wenden.

Vor der Gründung des Beirats hatte sich der Sozialpolitische Aus­schuss des Bayerischen Landtags intensiv mit der Thematik be­fasst. Am 12. Juni 2012 veranstaltete der Bayerische Landtag eine Anhörung von ehemaligen Heimkindern. Zu diesem Anlass ver­öf­fent­lichte das ZBFS - Bayerische Landesjugendamt einen Sonderdruck.

Im Rahmen von mehreren Fachgesprächen und Anhörungen wurde die Umsetzung des Fonds Heimerziehung diskutiert und befördert. Im Sommer des Jahres 2013 zog der Ausschuss ein vor­läu­figes Re­sü­mee. Anschließend begannen die Vorbereitungen für die Kon­stituie­rung des Beirats, die Ende Januar 2014 vollzogen wurde.

Kontakt

Beirat der Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in Bayern
c/o ZBFS - BLJA
Stefan Rösler
Richelstraße 17
80634 München
E-Mail: beirat.anlaufstelle@zbfs.bayern.de

Hintergrundinformationen

Der Petitionsausschuss

Im Jahr 2006 wurden verschiedene Petitionen zum Thema „Heim­er­ziehung in den 50er und 60er Jahren in der alten Bundes­republik“ an den Deutschen Bundestag gerichtet. Im Mittelpunkt der Petitionen standen die Aussagen von Personen, die als Kinder oder Jugendliche während ihres damaligen Heimaufenthalts Unrecht erlitten und Leid erlebt haben.

Der Petitionsausschuss fasste diese Petitionen schließlich zu einer Sammelpetition zusammen. Nachdem sich der Petitionsausschuss mehr als zwei Jahre mit der Thematik der Heim­erziehung aus­einander­gesetzt und Betroffene früh angehört hatte, kam er zu der Erkenntnis, dass für eine generelle Re­ge­lung hinsichtlich Entschädigung und Renten­an­erkennung keine Rechts­grund­lage vorliege. Eine an­ge­messene Aufarbeitung der Heim­er­zie­hungs­praxis könne zudem in einem parlamentarischen Verfahren allein nicht gewährleistet werden. Deshalb hat er empfohlen, dass ein Runder Tisch eingerichtet werden sollte. Hieraus hat sich der Auftrag des Bundestags an den Runden Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren ergeben:

Auftrag des Bundestages

  1. Aufarbeitung der Heimerziehung unter den damaligen rechtlichen, pädagogischen und sozialen Be­din­gun­gen: Darin sind einzubeziehen:
    • die Rechtsgrundlagen und die Praxis der Heim­er­ziehung,
    • die rechtlichen Regelungen der Heimaufsicht und ihre tatsächliche Wahrnehmung und
    • die Beschreibung der Ziele und Praxis der Heim­er­ziehung aus der Sicht der damaligen Er­zie­hungs­wissenschaft und Pädagogik
  2. Prüfung von Hinweisen auf Heimkindern zu­ge­füg­tes Unrecht
  3. Aufarbeitung der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen (körperlichen und/oder geistig-seelischen) Folgen der Heimerziehungspraxis
  4. Förderung der Kommunikation zwischen den Be­trof­fenen und den "Nachfolge"-Organisationen der da­ma­li­gen Heimträger sowie der Herstellung von Kon­tak­ten zur individuellen Bearbeitung von Heim­bio­grafien
  5. Information ehemaliger Heimkinder
  6. Vermittlung von psychologischen, sozialen oder seel­sor­geri­schen Beratungsangeboten der be­tei­lig­ten Institutionen und Organisationen an ehemalige Heim­kinder bei Bedarf
  7. Entwicklung von Kriterien zur Bewertung der For­de­run­gen ehemaliger Heimkinder und Aufzeigen mög­licher Lösungen
  8. Öffentlichkeitsarbeit

(vgl. Deutscher Bundestag, Petitionsausschuss, Berlin, 26. November 2008 und Runder Tisch Abschlussbericht 2010, S. 4)


Der Runde Tisch Heimerziehung

Der Runde Tisch wurde gemäß der Empfehlung des Pe­ti­tions­aus­schusses im Dezember 2008 fraktionsübergreifend und einstimmig vom Bundestag beschlossen. Er kon­sti­tuier­te sich am 17. Februar 2009 unter der Moderation der ehemaligen Bundes­tags­vize­präsidentin Dr. Antje Vollmer. Im Januar 2010 legte er einen Zwi­schen­bericht vor, im Dezember 2010 den Abschlussbericht. Darüber hinaus sind im Zuge des Runden Tisches verschiedene Expertisen entstanden. Der Runde Tisch spricht in seinem Abschlussbericht umfangreiche Lö­sungs­vor­schlä­ge aus:

Lösungsvorschläge

  1. Rehabilitative Maßnahmen für die gesamte Betroffenengruppe
    • Anerkenntnis von Unrechten
    • Bitte um Verzeihung
    • Einrichtung von regionalen Anlauf- und Beratungsstellen
  2. Finanzielle Maßnahmen für die gesamte Betroffenengruppe
  3. Finanzielle Maßnahmen für überindividuelle Aufarbeitung
  4. Prävention und Zukunftsgestaltung
    • Heimaufsicht und Schutz der Kinder und Jugendlichen in Einrichtungen
    • Vormundschaft
    • Ausbildung und Qualifikation
  5. Begriff "Verwahrlosung" in Art. 6 Abs. 3 Grundgesetz (GG)
  6. Gesetzgeberische Initiativen
    • Datenschutz/Erleichterung der Einsichtnahme in Akten/Dokumente der Kinder- und Jugendhilfe bzw. Vormundschaft
    • Weitere gesetzgeberische Initiativen
  7. Übergangsregelungen
    • Anlaufstelle
    • Aktenverbleib

(vgl. Runder Tisch Abschlussbericht 2010, S. 36 ff.).


Der Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“

Der Fonds wurde zum 01.01.2012 eingerichtet. Er hatte zunächst ein Volumen von 120 Millionen Euro. Er wird zu je einem Drittel von Bund, Ländern und Kirchen getragen. Der Fonds unterteilt sich in einen „Fonds für Folgeschäden aus der Heimerziehung“ mit dem Ziel, ein Hilfesystem zu schaffen, das Folgeschäden der Heimunterbringung ausgleichen oder mildern kann, und in einen Rentenersatzfonds, der Leistungen wegen Minderung von Rentenansprüchen aufgrund nicht gezahlter Sozialversicherungsbeiträge erbringen soll.
Die Hilfen und Maßnahmen sollen auch einen Beitrag zur Herstellung des Rechtsfriedens leisten; ein Rechtsanspruch auf Leistungen aus dem Fonds besteht nicht.
Für weitere Informationen siehe Fonds Heimerziehung.

Weiterführende Links und Informationen

Fonds Heimerziehung

Runder Tisch Heimerziehung