Eignung von Adoptionsbewerbern
Leitfaden zur zur Erstellung eines Sozialberichts (home-study) für Adoptionen aus dem Ausland
Vorbemerkungen
- Hält die Adoptionsvermittlungsstelle die allgemeine Eignung der Adoptionsbewerber für gegeben, so verfasst sie über das Ergebnis ihrer Prüfung gemäß § 7 Abs. 3 AdVermiG einen Bericht. Dieser Sozialbericht (home-study) enthält Angaben über die rechtliche Befähigung und Eignung der Adoptionsbewerber zur Übernahme der mit einer internationalen Adoption verbundenen Verantwortung. Darüber hinaus äußert er sich über die Eigenschaften der Kinder, für die die Bewerber zu sorgen geeignet wären. Er enthält die zur Beurteilung erforderlichen Angaben über die Person der Adoptionsbewerber, ihre persönlichen und familiären Umstände, ihren Gesundheitsstatus, ihr soziales Umfeld und ihre Beweggründe für die Adoption.
- Der Sozialbericht für Adoptionen aus dem Ausland beinhaltet die Zusammenfassung und die Ergebnisse der Eignungsüberprüfung. Er ist auf der Grundlage der bei der Adoptionsvermittlungsstelle vorliegenden Unterlagen und der mit den Bewerbern geführten Gespräche zu erstellen.
- Der Sozialbericht dient der Auslandsvermittlungsstelle dazu, sich von der Eignung der Bewerber zu überzeugen und stellt darüber hinaus die Grundlage für einen konkreten Vermittlungsvorschlag (Matching) durch die zuständige Stelle im Ausland dar.
- Der Sozialbericht muss konkrete Angaben enthalten, für welche Gruppe von Kindern die Bewerber als Adoptiveltern in Betracht kommen. Ausschlusskriterien und Einschränkungen müssen klar und unmissverständlich benannt werden.
- Eine prägnante, eindeutige, nachvollziehbare und begründete Darstellung aller relevanten Aussagen ist erforderlich. Dies ist auch deshalb notwendig, um Missverständnisse bei der Übersetzung des Berichts weitgehend auszuschließen.
- Der Sozialbericht darf nicht an die Bewerber ausgehändigt werden. Er darf ausschließlich an eine zur Auslandsvermittlung berechtigte Stelle oder - sofern das Jugendamt über die Gestattung verfügt — direkt an die zuständige Stelle im Herkunftsland des Kindes weitergeleitet werden.
Sozialbericht (home-study) für die Adoption eines Kindes aus (konkretes Land)
1. Personalien der Bewerber
- Sämtliche Vornamen, Familiennamen, ggf. Geburtsname, Geburtdatum, Staatsangehörigkeit und Religionszugehörigkeit
- Datum der Eheschließung
- Anschrift der Familie
2. Rechtliche Befähigung zur Adoption
- Bestätigung der rechtlichen Befähigung zur Adoption
- Bei Ehepaaren: Rechtliche Befähigung zur gemeinschaftlichen Adoption
3. Datengrundlage
- Anzahl der Gespräche / Teilnahme an Seminaren
4. Führungszeugnis
- Eintragungen im Führungszeugnis
5. Gesundheitsstatus
- Angaben zum Gesundheitszustand
- ggf. vorliegende Behinderungen
- ggf. Hinweise auf schwere körperliche, psychiatrische oder Suchterkrankungen
6. Wirtschaftliche Verhältnisse und Wohnsituation
- ausreichende wirtschaftliche Absicherung
- ausreichender Wohnraum
7. Beschreibung der Lebenssituation
Insbesondere Aussagen zu
- persönlichem Werdegang
- Alter
- früheren Ehen
- Anzahl und Alter der Kinder
- Beruf und Berufstätigkeit
- familiärer Situation
- Interessen und Freizeitgestaltung
- weiteren Informationen von Interesse (z. B. besondere Lebensweisen, Religionsausübung, besondere Vorerfahrungen etc.)
8. Persönlichkeit der Bewerber
Insbesondere Aussagen zu
- Einfühlungsvermögen
- Bindungsfähigkeit
- Belastbarkeit
- Problemlösekompetenz
- Selbststeuerung / Verhalten in belastenden Situationen
- Offenheit gegenüber anderen Lebensweisen
9. Erziehungskompetenz
- Erfahrungen im Umgang mit Kindern
- Erziehungsziele und -vorstellungen
10. Partnerschaft
- Beschreibung der Paarbeziehung
11. Soziales Umfeld
- Beschreibung des sozialen Netzes der Familie (z. B. Familienverbund, Freundeskreis, sonstige Kontakte)
- unterstützende und belastende Faktoren
12. Adoptionsmotivation
- Grundlegende Motivation
- ggf. Auseinandersetzung mit dem unerfüllten Kinderwunsch
- Auseinandersetzung mit relevanten Adoptionsthemen (z. B. Einstellung zu leiblichen Eltern, Identitätsentwicklung von Adoptivkindern)
- Motivation zur Adoption eines Kindes aus dem Ausland
- Problembewusstsein
- Haltung wichtiger Bezugspersonen zur geplanten Adoption
13. Auseinandersetzung mit einer Adoption aus (konkretes Land)
- Spezifische Gründe zur Adoptionsbewerbung für das konkrete Land
- Auseinandersetzung mit der Kultur und sozialen Situation des Landes
- Angaben über die Vorbereitung der Bewerber auf die Anforderungen, die die Adoption eines Kindes aus diesem Land an sie stellt
14. Kindbezogene Aspekte
Insbesondere Aussagen zu
- Alter, ggf. Berücksichtigung der Geschwisterfolge
- akzeptierbare Einschränkungen und Risikobereitschaft hinsichtlich psychischer und motorischer Entwicklung, Behinderungen, Herkunft
- Möglichkeiten der Bewerber zur Förderung und Integration des Kindes, ggf. erforderliche Spezialeinrichtungen in der näheren Umgebung
15. Abschließende Stellungnahme
Die abschließende Eignungsfeststellung für die Adoption eines Kindes aus dem konkreten Land ist auf der Grundlage der oben ausgeführten Aspekte zu begründen. Dabei muss deutlich werden, für welche Kinder die Bewerber zu sorgen geeignet sind (Alter, Entwicklungsrückstände, Behinderungen, Risikobereitschaft).
Ausschlusskriterien hinsichtlich des aufzunehmenden Kindes sind eindeutig zu benennen.



