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Adoption
Rechtliche Voraussetzungen und Wirkungen


Kurzinformation

Durch eine Adoption wird rechtlich ein Eltern-Kind-Verhältnis begründet, das nicht auf leiblicher Abstammung beruht. Grundsätzlich ist die Adoption Minderjähriger und die Adoption Volljähriger zu unterscheiden.

Die rechtlichen Voraussetzungen und Wirkungen sowie die Aufhebung einer Annahme als Kind sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Die weitere Darstellung beschränkt sich - der Aufgabenstellung des Landesjugendamts entsprechend - auf die Adoption Minderjähriger.

Die wichtigsten Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB)

Die Adoption eines Minderjährigen ist nur zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht. Den Ausspruch der Adoption kann das Vormundschaftsgericht zudem davon abhängig machen, ob Adoptionsbewerber an einer sitten- oder gesetzeswidrigen Adoptionsvermittlung mitgewirkt haben (§ 1741 Abs. 1 BGB).

Wird ein Kind von einem Ehepaar aufgenommen, ist die Adoption in der Regel nur gemeinschaftlich möglich. Ein Ehepartner kann ein Kind seines Ehegatten adoptieren (Stiefelternadoption). Alleinstehende können ebenfalls adoptieren. Bei einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft und bei einer gleichgeschlechtlichen eingetragenen Lebenspartnerschaft kann nur einer der Lebenspartner das Kind annehmen. (§ 1741 Abs. 2 BGB).

Das Mindestalter für Annehmende liegt bei 25 Jahren, wobei bei Ehepartnern einer dieses Alter unterschreiten kann, jedoch mindestens 21 Jahre alt sein muss (§ 1743 BGB).

Bei der Adoption eines Kindes müssen in der Regel beide leiblichen Eltern einwilligen. Die Einwilligung kann erst erteilt werden, wenn das Kind acht Wochen alt ist (§ 1747 BGB). Sie kann nicht an Bedingungen geknüpft werden und ist unwiderruflich (§ 1750 BGB). Mit Wirksamwerden der Einwilligung der Eltern ruht deren elterliche Sorge und das Jugendamt wird Vormund des Kindes. Das Umgangsrecht mit dem Kind darf nicht mehr ausgeübt werden und die Unterhaltspflicht tritt in der Regel hinter die der Annehmenden zurück (§ 1751 BGB).

Außerdem ist die Einwilligung des Kindes erforderlich. Sie wird bei Kindern unter 14 Jahren durch den gesetzlichen Vertreter erklärt. Nach Vollendung des 14. Lebensjahres kann nur das Kind selbst mit Zustimmung des gesetzlichen Vertreters einwilligen (§ 1746 BGB).

Weitere Voraussetzung für eine Adoption ist der Antrag der Annehmenden beim Familiengericht (§ 1752 BGB).

Die Adoption soll erst nach einer angemessenen Adoptionspflegezeit (bei Säuglingen in der Regel ein Jahr, bei älteren Kindern entsprechend länger) ausgesprochen werden (§ 1750 BGB).

Mit Ausspruch der Adoption erhält das minderjährige Kind die rechtliche Stellung eines leiblichen Kindes der Annehmenden und damit z. B. den Namen und die Staatsangehörigkeit der Adoptiveltern. Außerdem entstehen Erb- und Unterhaltsansprüche, auch gegenüber den leiblichen Verwandten der Adoptiveltern (§ 1754 BGB). Die Verwandtschaftsverhältnisse des Kindes zu seiner Herkunftsfamilie und die damit verbundenen Rechte und Pflichten erlöschen (§ 1755 BGB). Ausnahmen bestehen bei Verwandten- und Stiefelternadoptionen (§ 1756 BGB).

Die Adoption und ihre Umstände dürfen bis auf wenige Ausnahmen nur mit Zustimmung der Adoptiveltern und des Kindes offenbart werden (§ 1758 BGB). Das Adoptionsgeheimnis dient dem Schutz der Adoptivfamilie. Jedoch ist zu beachten, dass dem adoptierten Kind ein Grundrecht auf Kenntnis seiner Abstammung zusteht.

Die Aufhebung einer Adoption ist im wesentlichen nur aus schwerwiegenden Gründen (z. B. bei sexuellem Missbrauch) zum Wohl des Kindes möglich (§ 1763 BGB). Die Aufhebung im Interesse der Annehmenden ist nicht zulässig.

Adoptionsrechtliche Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) - Text

Die Adoptionsvermittlung und die Aufgaben der Adoptionsvermittlungsstellen sind im Adoptionsvermittlungsgesetz (AdVermiG) geregelt, die Beteiligung der Jugendämter und der Vermittlungsstellen im gerichtlichen Verfahren richtet sich nach den §§ 189 und 194 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) i. V. m. § 50 und § 51 SGB VIII.
Für Auslandsadoptionen aus Vertragsstaaten des Haager Adoptionsübereinkommens gelten darüber hinaus die Bestimmungen des Adoptionsübereinkommens-Ausführungsgesetzes (AdÜbAG). Die Anerkennung ausländischer Adoptionsentscheidungen richtet sich nach dem Adoptionswirkungsgesetz (AdWirkG).

Adoptionsvermittlungsgesetz (AdVermiG) - Text

Adoptionsübereinkommens-Ausführungsgesetz (AdÜbAG) - Text

Vertragsstaaten des Haager Adoptionsbereinkommenss

Adoptionswirkungsgesetz (AdWirkG) - Text


Verfahren

Der Ausspruch der Adoption erfolgt durch Beschluss des Familiengerichts auf Antrag des Annehmenden. Zuständig ist das Gericht, in dessen Bezirk der Annehmende seinen Wohnsitz hat. Bei der Adoption Minderjähriger gibt die Adoptionsvermittlungsstelle oder das Jugendamt eine fachliche  Äußerung insbesondere zum Vorliegen der Adoptionsvoraussetzungen ab.

Bei Adoptionen mit Auslandsberührung ist darüber hinaus das Landesjugendamt zu hören.

Ausführlichere Informationen zum Verfahren auf den Seiten Adoptionsvermittlung

Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG)

Aufgaben des Landesjugendamts

Im Landesjugendamt ist eine zentrale Adoptionsstelle nach den Bestimmungen des Adoptionsvermittlungsgesetzes eingerichtet. Sie unterstützt die Adoptionsvermittlungsstellen der öffentlichen und freien Träger

  • bei grundsätzlichen rechtlichen und fachlichen Fragen zur Adoption und Adoptionsvermittlung,
  • bei Adoptionen mit Auslandsberührung,
  • bei sonstigen schwierigen Einzelfällen

durch Beratung der Fachkräfte, Bereitstellung von Informationen und Materialien und die Durchführung von Fachtagungen und Fortbildungsveranstaltungen.

Publikationen des Landesjugendamts

Adoption. Kann - darf - soll ich?
Neu bearbeitete Auflage, München 1999

Wir lernen uns kennen. Pflege und Adoption. Ein Bilderbuch für neue Eltern. 
Redaktion: Sandra Platschek, Claudia Flynn
Mit freundlicher Genehmigung der British Agencies for Adoption and Fostering. 4. überarbeitete Auflage, München 2011.

Aufklärung des Kindes über seine Adoption. Eine Hilfe für Eltern.
Mit freundlicher Genehmigung der British Agencies for Adoption and Fostering, London. 5. Auflage, München 1999

Wir leben in einer Stieffamilie: Soll unser Kind adoptiert werden?
Redaktion: Jutta Mikulasch-Gyba, Sandra Platschek, Christine Brendel, Claudia Flynn
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Jugendinstitut, München. 6. überarbeitete Auflage, München 2010

Adoptionen mit Auslandsberührung.
Dokumentation der Fachtagungen 1994 und 1997.
Redaktion: Heinz Schroer. Mit Beiträgen von Karin Obtmeier, Ansgar Marx, Heinz Schroer, Michael Busch und Günther Gottschling, München 1997

Adoptions- und Pflegekindervermittlung. Gesprächsleitfaden und Arbeitshilfe für Fachkräfte der Adoptions- und Pflegekindervermittlungsstellen.
Text und Redaktion: Sibylle Parhofer, Jörg Reinhardt, Claudia Flynn; 3. überarbeitete Auflage, München 2008  
Dazu gehörig:
Fragebogen für Adoptiv- und Pflegekindbewerber
- Basisbogen
- Informationen und Fragen zur Aufnahme eines Adoptivkindes
- Informationen und Fragen zur Aufnahme eines Pflegekindes
- Informationen und Fragen zur Aufnahme eines ausländischen Kindes
- Informationen und Fragen zur Aufnahme eines älteren Kindes oder von Geschwistern
- Informationen und Fragen zur Aufnahme eines verhaltensauffälligen Kindes
- Informationen und Fragen zur Aufnahme eines körperbehinderten Kindes
- Informationen und Fragen zur Aufnahme eines lern- oder geistig behinderten Kindes
Weitere Formblätter:
a) Personalbogen für ein Adoptivkind
b) Personenbezogene Daten für die Adoptionsvermittlung (abgebende Eltern); Persönliche Angaben für das Adoptivkind

Adoptions- und Pflegekindervermittlung. Eignungsüberprüfung von Bewerbern in der Adoptions- und Pflegekindervermittlung.
Text: Angelika Wunsch; 2. Auflage, München 2006.

Nähere Informationen über die Publikationen des Landesjugendamts siehe Schriften. Service

Weiterführende Fremdpublikationen

Oberloskamp, H.: Wir werden Adoptiv- oder Pflegeeltern. Rechtliche Erfordernisse - Folgen - Vermittlungsverfahren". 5. Auflage. Beck Rechtsberater. München: DTV 2006.

Bundesverband der Pflege- und Adoptiveltern e. V. (Hrsg.): Handbuch für Pflege- und Adoptiveltern. Idstein, Verlag Schulz-Kirchner, 5. Auflage 2003.

 


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