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Fachliche Empfehlungen
Anhang zu den Empfehlungen für die Vollzeitpflege nach dem SGB VIII
zu Nr. 2.1 und 4.


Empfehlungen des Bayerischen Landkreistags und des Bayerischen Städtetags
(AZ V-431-20/ks)

Beispiel zu Nr. 2.1 und 4.2 für das Bewertungsverfahren  
 


 

Bewertungsbogen  

Name, Geburtsdatum: ................................................................. 

Pflegeeltern: ..................................................................................  

Vordiagnosen:

 

Diagnosemonat:

 

URSACHEN, STRESSOREN (VERGANGENHEIT): 

  1. Risikoschwangerschaft, Früh-/Mangelgeburt     
  2. Belastende traumatische Lebenserfahrungen
    (Misshandlungen, Tod, Unfall einer nahe stehenden Person o. a.)     
  3. Autoritärer Zwang, Gewalt, Nötigung durch die Eltern    
  4. Überforderung
    demütigende Kritik
    erlittene Ungerechtigkeiten
    Sündenbockzuweisung durch die Eltern
    Geschwisterproblematik       
  5. Vernachlässigung
    Nichtversorgung
    Mangel an elterlicher Aufsicht und Steuerung     
  6. Konflikte in der Familie
    Trennung/Scheidung der Eltern
    neue Familienmitglieder    
  7. Gehäufte Beziehungsabbrüche   
  8. Psychische Störungen
    abweichendes Verhalten
    geistige und körperliche Behinderung in der Familie in gravierender Form          
  9. Äußere Belastung der Familie 
    (Finanzen, Isolation, Arbeitslosigkeit; Wohnsituation, Verfolgung usw.)      
  10. Bereits erfolglos durchlaufene ambulante oder (teil-)stationäre Maßnahmen  

    AKTUELLE PROBLEMATIK:

    a)  Körperbereich/Psychosomatik

     
  11. Allergie; Asthma; Schuppenflechte
    Anfälligkeit für infektiöse Erkrankungen
    körperlich-organische Verletzungen
    Krankheiten
    Behinderung     
  12. Einnässen    
  13. Einkoten   
  14. Kopfschmerzen
    Ein-/Durchschlafstörungen
    Essstörungen (Unlust, Verweigerung, Gier, Erbrechen, Würgen)
    andere psychosomatische Störungen     

    b)  Entwicklungsauffälligkeiten
     
  15. Entwicklungsverzögerungen
    insbesondere Grob-/Feinmotorik u. a., soweit nicht anderweitig aufgeführt       
  16. Sprache
    (Stottern, Poltern, Sprachverweigerung, Mangel im Sprachverständnis, Wortschatz)     
  17. Hyperaktivität
    (motorische Unruhe, Distanzlosigkeit, Aufmerksamkeitsstörungen)
    oder Antreibsarmut      
  18. Psychomotorische Symptomatik
    (Haare ausreißen, Kratzen, Knirschen, Lutschen, Nägelkauen, Stereotypien, Tics o. a.)    

    c)  Lern-/Leistungsbereich

     
  19. Lese-/Rechtschreib-/Rechenschwäche, Wahrnehmungsstörung        
  20. Unterdurchschnittliche Intelligenz     
  21. Probleme mit Lernverhalten/Hausaufgaben
    (Konzentrationsschwierigkeiten, Mangel an Ausdauer, Verspieltsein, Unselbstständigkeit, Unterschlagen von Hausaufgaben o. a.)     
  22. Schul- und Prüfungsängste
    Schulbesuchsverweigerung
    Schule / Arbeit schwänzen     
  23. Unsichere Schullaufbahn
    (Leistungsabfall, Klassenziel gefährdet/nicht erreicht)
    unsichere Lehrstellenfindung
    drohende Arbeitslosigkeit     
  24. Probleme, Konflikte mit Mitschülern/Kollegen, Lehrer/Ausbilder, Clownereien, Prahlereien       
  25. Lebenspraktische Defizite
    (Sauberkeit, Ordnung, Umgang mit Geld o. a.)     

    d)  Beziehungsprobleme/Sozialverhalten
  26. Dissoziale Verhaltensauffälligkeiten
    (Lügen, Betrügen, Diebstähle, Objekte von Strafanzeigen o. a.)       
  27. Aggressivität
    (verbale, körperliche Gewalt, Beschädigung, Zerstörung von Sachen)     
  28. Ängste
    (allgemeine Überängstlichkeit, spezifische Ängste, Phobien)    
  29. Kontaktstörung, soziale Ängste
    (keine Beziehung aufbauen/halten können, Scheu, Kontaktabwehr, sozialer Rückzug, Mutismus, Isolation, emotionale Distanz, Distanzlosigkeit, Autismus)    
  30. Probleme in der Freizeitgestaltung
    (Langeweile, Herumtreiben, sich nicht alleine beschäftigen können)
    Verwahrlosungstendenzen        
  31. Depressive Verstimmungen
    Minderwertigkeits-/Schuldgefühl
    Sinnproblematik    
  32. Autoaggressivität
    Suizidgedanken/-versuche
    selbstverletzendes Verhalten    

    e)  Sonstiges
  33. Sexuelle Verhaltensauffälligkeiten       
  34. Konsum, Missbrauch
    Abhängigkeit von Alkohol, Drogen, Medikamenten         
  35. Zwangsgedanken/-handlungen
    stoffgebundene Süchte      
  36. Weitere Symptome (Bitte benennen):



    BESONDERE BELASTUNG DER PFLEGEELTERN:
  37. Bei erschwerten Aufnahmevoraussetzungen
    (z. B. Vermittlung von Geschwistern, besonderes Alter, besondere Entwicklungsphase des Kindes/Jugendlichen)     
  38. Bei erschwertem Beziehungsaufbau    
  39. Bei erhöhtem Therapiebedarf    
  40. Bei erheblicher Behinderung des Kindes    
  41. Störungen des Pflegefamilienalltags durch die Herkunftsfamilie    
  42. Sonstiges    


Es können bis zu 3 Punkte je Tatbestand vergeben werden.

Es kann eine Mindestpunktezahl festgelegt werden, bis zu welcher kein Zuschlag anfällt (z.B. 35 Punkte).
Bei Überschreitung dieser Punktezahl wird ein Zuschlag nach dem Maß der Überschreitung berechnet. Dabei wird der Grenzwert als Maßstab für die Pflegepauschale zugrunde gelegt. Für die überschreitenden Punkte wird das prozentuale Maß der Überschreitung zur Rechengrundlage genommen.

Beispiel: Bei der Punktezahl von 35 als Grenzwert bedeutet ein Punktestand von 38 eine Überschreitung um 8,56 Prozent, die auf die nächste 10er- Stelle aufgerundet wird. Der Zuschlag ist damit 10 % der entsprechenden Pauschale für den Erziehungsaufwand. Da dieser einfach gerechnet nur 19,52 Euro betragen würde und insofern in keinem Verhältnis zu dem Mehr an Erziehungsleistung stehen würde, wird vorgeschlagen, vom Zweifachen des Erziehungsbeitrags auszugehen, sodass 240,00 x 2 = 480,00 Euro die Berechnungsgrundlage wird. 10 % davon sind somit 48,00 Euro.

Berechnungsbeispiele:

Punkte Überschreitung
der Punkte-grenze in %
Aufrundung auf volle 10 % Zuschlag
Euro
Gesamtzuschlag Euro

(Zu 240,00 Euro)
38 8,5 10 48,00  
48 37 40 192,00  
51 45 50 240,00  
62 77 80 384,00  
73 108 110    
77 120 120    
87 148,5 150    

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