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Erziehung in der Familie
Familienselbsthilfe


Kurzinformation

Die Jugendhilfe hat den Auftrag, die Erziehung in der Familie auch durch die Unterstützung von Familien zur Mitarbeit in Formen der Selbst- und Nachbarschaftshilfe zu fördern. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass Netzwerke im Sinne von Stützsystemen im lebensweltlichen Gesamtzusammenhang von Familien von großer Bedeutung sind. Sie erweitern soziale Kontakte, beugen Isolation vor, erleichtern die Alltagsbewältigung und das Familienmanagement und tragen zu gesellschaftlicher Integration und Partizipation von Familien am öffentlichen Leben bei. Gemeinsames Handeln führt zu neuen Erfahrungen und Einsichten, lässt die Entdeckung und Entwicklung neuer Fähigkeiten zu und trägt somit zu einer Ausweitung bisheriger Kompetenzen in unterschiedlichsten Bereichen bei. Familienselbst- und Nachbarschaftshilfe setzt an den jeweiligen Lebenslagen und Lebenszusammenhängen von Familien an. Im Vordergrund stehen Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten aus dem Familienalltag, die gegenseitig ausgetauscht und genutzt werden können.

Mit mittlerweile über 90 Mütterzentren/Familienzentren/Mütter-Väter-Zentren hat sich diese Form der Familienselbsthilfe in Bayern etabliert. Egal wie sie heißen, die Prinzipien der Selbstorganisation, Selbstverwaltung und der Hilfe zur Selbsthilfe sind die Grundbausteine des Konzeptes für alle. Kinder sind immer dabei.

Die Elternzeit, heute noch überwiegend von Müttern wahrgenommen, erfährt durch die Existenz der Mütterzentren eine qualitative Aufwertung, die letztlich auch und vor allem Kindern zugute kommt. Die Verbindung von Kinder- und Erwachsenenwelt bietet ein vielfältiges soziales Lernfeld.

Die von den Müttern geleistete Arbeit im Zentrum wird in Form von Aufwandsentschädigungen und Honoraren bezahlt. Neben Eigenleistungen finanzieren sich die Mütterzentren derzeit über das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und die Kommunen. Das Netzwerk Mütter- und Familienzentren in Bayern e.V. koordiniert und vernetzt die bayerischen Mütterzentren und berät seit 2001 beim Aufbau neuer Mütterzentren..

Familienselbsthilfe entsteht neben den Zentren in vielfältiger Form zum Beispiel als Nachbarschaftshilfe, Elterninitiative oder Selbsthilfegruppe, die sich mit besonderen familiären Problemen befasst.

Aufgaben des Landesjugendamts

Das Landesjugendamt war in den 80er und 90er Jahren unmittelbar am Aufbau der Mütterzentren in Bayern beteiligt, insbesondere durch die fachliche Begleitung zahlreicher Projekte und die Durchführung von Arbeits- und Fachtagungen, auf denen die engagierten Frauen aus den Mütterzentren ihre Arbeit qualifizieren konnten. Die Aufbauarbeit der Mütterzentren wurde publizistisch unterstützt und mit weiteren Fortbildungsangeboten begleitet. Für die Mütterzentrumsfrauen bietet das Landesjugendamt regelmäßig im Rahmen des Kursprogramms Fortbildungsmöglichkeiten an.

Publikationen des Landesjugendamts

Förderung der Erziehung in der Familie. Eine Dokumentation zu den Leistungen der Jugendhilfe nach § 16 SGB VIII
München 1994

Mütterzentren - Erfahrungen und Perspektiven
2. ergänzte Auflage, München 1994

Mütterzentren in Bayern
Beschluss des Landesjugendhilfeausschusses vom 15. Juli 1992

Eltern-Kind-Initiativen und Erlaubnispflicht nach § 45 SGB VIII
Beschluss des Landesjugendhilfeausschusses vom 24.1.1996

Weitere empfohlene Veröffentlichungen

Jaeckel Monika, Schooß Hildegard, Weskamp Hannelore (Hg.): Mütter im Zentrum - Mütterzentrum, Weinheim und München 1997.

Hebenstreit-Müller, S., Pettinger, R., (Hg.): Miteinander lernen, leben engagieren, Neue Soziale Netze für Familie. Bielefeld 1991.

Weitere Ansprechpartner

Netzwerk Mütter- und Familienzentren in Bayern e.V. 
Allacher Straße 128, 80997 München
Tel.: 089/149 590 38 (Mo und Do 9.00 - 11.00 Uhr)
Fax: 089/143 486 79
www.muetterzentren-in-bayern.de (mit Verzeichnis aller Mütterzentren in Bayern)

Mütterzentren Bundesverband e. V., Geschäftsstelle
Müggenkampstr. 30 a, 20257 Hamburg

Deutsches Jugendinstitut e. V.
Nockherstr. 2, 81541 München

Zur vertiefenden Information

Richtlinien zur Förderung von Mütterzentren 

 


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