Jugendmedienschutz
Handy
Kurzinformation
Der technischen Weiterentwicklung von Handys scheinen keine Grenzen gesetzt. Bereits heute dienen die mobilen Telefone als Digitalkamera, mp3-player, Minicomputer, Gameboy, Minikino und lnternetzugang. Hinzukommen werden die Integration von Navigationssystemen, Radio- und Fernsehnutzung. Damit ist zu erwarten, dass das Handy neben dem Fernseher und dem PC das zentrale technische Gerät zur Nutzung von Medieninhalten sein wird.
Auch die gesundheitlichen Aspekte der Handynutzung werden in der Öffentlichkeit wiederholt diskutiert. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen keine verwertbaren Hinweise auf eine mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung. Allerdings können in Einzelfällen besondere Empfindlichkeiten (Elektrosensibilität) nicht ausgeschlossen werden. Im Hinblick auf die Tatsache, dass Kinder und Jugendliche ihre Wachstumsphase noch nicht abgeschlossen haben und deshalb Risken verstärkt ausgesetzt sind, ist es ratsam, einer übermäßigen Handynutzung kritisch gegenüber zu stehen und Minderjährige entsprechend aufzuklären.
Neben dem zum Teil sehr hohen Anschaffungspreis eines Handys sind es vor allem die Folgekosten, die den Kindern und Jugendlichen, ihren Familien, den Jugendschützern und Politikern Sorge bereiten (Stichwort: Kostenfalle Handy). Derzeit liegen die Handykosten bei der Mehrheit der Jugendlichen nur noch zwischen einem Viertel und einem Drittel der ihnen zur Verfügung stehenden Mittel. Ein relativ sicherer Weg, die Handykosten unter Kontrolle zu halten, stellen Handys mit Prepaid-Karten dar. Hier ist die Nutzung des Mobiltelefons nur möglich, wenn vorher ein vom Kunden bestimmter Betrag durch den Erwerb einer Prepaid-Karte für die Nutzung zur Verfügung gestellt wurde.
Unter Kids sind aktuelle Klingeltöne, Logos, Videoclips, Handyspiele und Software sehr beliebt. Die Einzelkosten für das Herunterladen dieser Zusatzleistungen liegen in der Regel zwischen 1,99 Euro und 2,49 Euro. In Ausnahmefällen können aber auch wesentlich höhere Gebühren anfallen. Problematisch ist in diesem Bereich vor allem, dass mit dem einmaligen Abrufen eines Angebots oft bereits die Zustimmung zu einem Abonnement z. B. von Klingeltönen erfolgt. Die Kosten sind dann kaum noch kontrollierbar. Es gilt allerdings auch hier der Grundsatz, dass Minderjährige nur rechtswirksame Verträge in der Höhe ihres Taschengeldes abschließen können.
Moderne Handys sind in der Lage, kurze Filme in relativ guter Qualität abzubilden. Jugendspezifisch werden häufig Filmchen mit pornografischem Charakter oder mit extremen Gewaltdarstellungen aus dem Internet herunter geladen, also Filmsequenzen, die Grenzverletzungen und Tabubrüche darstellen. Sehr problematisch ist auch, dass vereinzelt Jugendliche unbeteiligte Passanten verprügeln, diese Aktion filmen und das Aufgenommene über Handys weiter verbreiten (happy slapping).
Grundsätzlich stellen diese Problembereiche zunächst eine pädagogische Herausforderung dar. Rechtliche Aspekte sind nur dann relevant wenn Erwachsene gegen Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes oder des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages verstoßen. Bei Verstößen gegen das Strafgesetzbuch werden allerdings auch Jugendliche belangt (z. B. Verbreitung extremer Gewaltdarstellungen).
Publikationen des Landesjugendamts
Udo Schmidt: Jugendschutz und Handynutzung
BLJA Mitteilungsblatt 3/2006
Zur vertiefenden Information
Wohin wenden wenn…
- ... Ihr Anliegen Kostenaspekte der Handynutzung betrifft?
Bundesnetzagentur
Tulpenfeld 4, 53113 Bonn
Poststelle@BNetzA.de
www.bundesnetzagentur.de
Verbraucherzentralen in Deutschland
www.verbraucherzentrale.info
- ... Ihr Anliegen problematische Inhalte betrifft?
Kommission für Jugendmedienschutz
KJM-Stabsstelle
c/o Bayerische Landeszentrale für neue Medien
Heinrich-Lübke-Str. 27
D-81737 München
stabsstelle@kjm-online.de
www.kjm-online.de
jugendschutz.net
Wallstraße 11
55122 Mainz
hotline@jugendschutz.net
www.jugendschutz.netFreiwillige Selbstkontrolle Multimedia Diensteanbieter
Geschäftsstelle
Spreeufer 5
10178 Berlin
hotline@fsm.de
www.fsm.de
- … Ihr Anliegen pädagogische Aspekte betrifft?
Aktion Jugendschutz, Landesarbeitstelle Bayern e.V.,
www.handy-in-kinderhand.de
Einzelne Anbieter haben kostenlose Telefon-Hotlines eingerichtet mit praktischen Tipps und Empfehlungen für Eltern (z. B. bei T-Mobile kostenlose Hotline für hilfesuchende Kinder 116 111).
- …. Ihr Anliegen gesundheitliche Aspekte betrifft?
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz www.stmugv.bayern.de
Weitere Ansprechpartner
"Internet Hotline Providers in Europe Association" (INHOPE)
www.inhope.org
Handy in Kinderhand:
www.handy-in-kinderhand.de
Handywissen
www.handywissen.info



