Landesjugendhilfeausschuss (LJHA)

Der Landesjugendhilfeausschuss ist neben dem Landesjugendamt die zweite Säule der öffentlichen Jugendhilfe.

Der LJHA wird gebildet aus Vertreterinnen und Vertretern der anerkann­ten Träger der freien Jugendhilfe, der kommunalen Spitzenverbände und weitere in der Jugendhilfe erfahreren Frauen und Männer. Beratend stehen dem LJHA Vertreterinnen und Ver­treter der Schul- und Justiz­behörden, der Landesarbeitsagenturen, eine Vertreterin/ein Vertreter der Gleichstellung von Frauen und Männern, dem Präsidenten oder der Prä­sidentin des Bayerischen Jugendrings, Vertreterinnen und Vertreter der Ka­tho­li­schen und Evangelischen Kirche und der Is­rae­litischen Kul­tusgemeinden sowie die Leitung der Verwaltung des Landes­jugend­amts zur Seite.

Der LJHA befasst sich mit allen Angelegenheiten der Kinder- und Jugendhilfe, soweit sie von überörtlicher Bedeutung sind und nicht zu den laufenden Geschäften gehören. Seine Zusammensetzung und Aufgaben sind im Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) – Kinder- und Jugendhilfe definiert.


§ 71 Jugendhilfeausschuss, Landesjugend­hilfeausschuss 

(1) Dem Jugendhilfeausschuss gehören als stimmberechtigte Mitglieder an 

  1. mit drei Fünftel des Anteils der Stimmen Mitglieder der Ver­tre­tungs­kör­per­schaf­ten des Trägers der öffentlichen Jugendhilfe oder von ihr gewählte Frauen und Männer, die in der Jugend­hilfe erfahren sind,
  2. mit zwei Fünftel des Anteils der Stimmen Frauen und Männer, die auf Vor­schlag der im Bereich des öffentlichen Trägers wir­ken­den und an­er­kann­ten Träger der freien Jugendhilfe von der Vertretungskörperschaft ge­wählt wer­den; Vorschläge der Ju­gend­ver­bände und der Wohlfahrtsverbände sind an­ge­messen zu berücksichtigen.

(2) Der Jugendhilfeausschuss befasst sich mit allen Angelegenheiten der Ju­gend­hil­fe, insbesondere mit

  1. der Eröterung aktueller Problemlagen junger Menschen und ihrer Familien so­wie mit Anregungen und Vorschlägen für die Weiter­ent­wick­lung der Ju­gend­hil­fe,
  2. der Jugendhilfeplanung und
  3. der Förderung der freien Jugendhilfe.

(3) Er hat Beschlussrecht in Angelegenheiten der Jugendhilfe im Rah­men der von der Vertretungskörperschaft bereitgestellten Mittel, der von ihr erlassenen Satzung und von ihr gefassten Beschlüsse. Er soll vor jeder Beschlussfassung der Ver­tre­tungs­kör­per­schaft in Fragen der Jugendhilfe und vor der Berufung eines Leiters des Jugendamts gehört werden und hat das Recht, an die Vertretungskörperschaft Anträge zu stellen. Er tritt nach Bedarf zusammen und ist auf Antrag von min­de­stens einem Fünftel der Stimmberechtigten einzuberufen. Seine Sitzungen sind öffentlich, soweit nicht das Wohl der Allgemeinheit, berechtigte Interessen einzelner Personen oder schutz­be­dürf­ti­ger Gruppen entgegenstehen.

(4) Dem Landesjugendhilfeausschuss gehören mit zwei Fünftel des Anteils der Stim­men Män­ner und Frauen an, die auf Vorschlag der im Bereich des Landesjugendamts wirkenden und anerkannten Träger der freien Jugendhilfe von der obersten Lan­des­be­hör­de zu berufen sind. die übrigens Mitglieder werden durch Landesrecht bestimmt. Absatz 2 gilt entsprechend.

(5) Das Nähere regelt das Landesrecht [Bayern: Art. 26, 27, 28 des Gesetzes zur Ausführung der Sozialgesetze – AGSG]. Es regelt die Zugehörigkeit beratender Mitglieder zum Jugendhilfeausschuss. Es kann bestimmen, dass der Leiter der Verwaltung der Gebiets­körper­schaft oder der Leiter der Verwaltung des Jugendamts nach Absatz 1 Nr. 1 stimmberechtigt ist.