Fachtagung - Heimkindheiten

[13.12.2018]  „Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.“

Mit diesen Worten Richard von Weizsäckers eröffnete Hans Reinfelder, Leiter des Bayerischen Landesjugendamtes, die Abschlussveranstaltung der Regionalen An­lauf- und Beratungsstelle am 28. und 29. November 2018 in der Evangelischen Akademie Tutzing. Er betonte in seiner Ansprache, wie wichtig die Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der Kinder- Jugendhilfe sei und entschuldigte sich im Namen der bayerischen Jugendämter bei den ehemaligen Heimkindern für das erlittene Leid zwischen 1949 und 1975.

Familienministerin Kerstin Schreyer betonte ebenfalls die Wichtigkeit der Auf­ar­beitung des erlittenen Leids für die ehemaligen Heimkinder. Auch dass es Pflicht sei, immer wieder und weiterhin genau hinzuschauen, damit solche schrecklichen Geschehnisse sich nicht wiederholen können, war ihr ein großes Anliegen. Zudem kündigte die Staatsministerin an, dass die Anlauf- und Beratungsstelle nach dem Auslaufen des Fonds den Betroffenen weiterhin zur Verfügung steht.

Ministerin Schreyer Heimkindheiten

Familienministerin Kerstin Schreyer mit Hans Reinfelder. Foto: Oryk Haist

Die Tage in Tutzing können als Tage des Dialogs und Miteinanders beschrieben wer­den. Etwa 120 Menschen sind zur Veranstaltung nach Tutzing gekommen. Be­troffene, Vertreterinnen und Vertreter des Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Mitarbeitende der An­lauf- und Beratungsstelle nutzten die Chance, die letzten sieben Jahre Arbeit der Anlauf- und Beratungsstelle Revue passieren zu lassen und miteinander ins Ge­spräch zu kommen.

Hier finden Sie den Abschlussbericht und die Studie des IPP (Instituts für Praxisforschung und Projektberatung) als Kurzbericht.