JaS Handbuch

IV. Schwerpunkte, Übergänge und Schnittstellen JaS-Handbuch 121 Gründe für die Teilnahme der JaS am Hilfeplanverfahren können z.B. die Begleitung der jungen Menschen im Trennungs- und Scheidungsverfahren der Eltern sein, da die JaS-Fachkräfte die jungen Menschen meist aus dem Schulalltag kennen und wissen, welchen Belastungen sie in der momentanen Situation ausgesetzt sind und welchen Unterstützungsbedarf sie dabei haben. Auch die Rückführung zurück an die Schule, von z. B. einer stationären Unterbringung, kann für den jungen Menschen problematisch sein. Nicht selten stellen die Herausforderungen im Rückführungsprozess in ein neues oder ein sich weiter entwickeltes soziales Umfeld eine große Hürde für den jungen Menschen dar. Die JaS-Fachkräfte haben hierbei die Möglichkeit, gemeinsam mit den Lehrkräften die jeweilige Klasse auf die Rückkehr des jungen Menschen vorzubereiten, um somit für den Rückkehrenden ein positives Umfeld zu gestalten. Auch hat die JaS die Möglichkeit, schon im Vorfeld Kontakt mit dem jungen Menschen aufzunehmen, Vertrauen aufzubauen und ihm dadurch die Rückkehr an die Schule zu erleichtern. Bei der Implementierung von Jugendhilfemaßnahmen können die JaS-Fachkräfte den jungen Menschen, die Eltern und den ASD des Jugendamtes unterstützen. Sie können mit ihrem Expertenwissen rund um den jungen Menschen und seiner Familie dem ASD wichtige Hinweise bei der Findung der geeigneten Hilfeart geben. Dies zeigt, dass die JaS ein wichtiger Partner gerade im Hilfeplanverfahren für den ASD der Jugendämter ist. Dies bedeutet aber auch, dass die JaS proaktiv auf den ASD der Jugendämter zugehen muss, da die Angebote und Leistungen der JaS nicht immer im Fokus des ASD liegen. Die Angebote der JaS werden von der Zielgruppe meist positiv wahr- und angenommen. Somit hat die JaS gerade im Hilfeplanverfahren bei den ersten Kontakten zwischen dem ASD und dem jungen Menschen und / oder seinen Eltern eine Eisbrecher-Funktion. Sie unterstützt die Eltern im Dialog mit den ASD des Jugendamtes und hilft dabei gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und eventuelle Vorurteile oder Ressentiments abzubauen. Auch bei Überzeugungsarbeit im Dialog mit den Eltern, die Leistungen der Jugendhilfe anzunehmen, ist die JaS oftmals ein gewinnbringender Unterstützer. IV.4.3 Jugendmigrationsdienste Jugendmigrationsdienste (JMD) werden durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes im Programm „Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund“ gefördert. Zudem ist in § 45 des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) geregelt, dass der Bund neben dem Angebot der Integrationskurse auch ein ergänzendes sozialpädagogisches und migrationsspezifisches Beratungsangebot vorhält. Für die Zielgruppe der jungen Menschen wird dieser Auftrag durch die JMD umgesetzt. In Bayern gibt es aktuell 73 Jugendmigrationsdienste (JMD).63 Sie unterstützen junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zwischen 12 und 27 Jahren durch Beratung, Bildungs- und Freizeitangebote. Ihren Schwerpunkt setzten die JMD auf die langfristige und individuelle Begleitung Jugendlicher auf ihrem schulischen und beruflichen Weg. Der Fokus liegt auf der Förderung der sozialen Teilhabe der jungen Menschen, um dadurch ihre Perspektiven verbessern zu können. Zur Zielgruppe des JMD gehören Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene mit Zuwanderungsgeschichte vom 12. bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres unabhängig vom Aufenthaltsstatus, solange sie sich rechtmäßig oder aufgrund einer ausländerrechtlichen Duldung in Deutschland aufhalten. Der Schwerpunkt ihrer Aufgaben liegt dabei auf den neu eingewanderten jungen Menschen. Auch die Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, insbesondere in Fragen der Bildung /Ausbildung ihrer Kinder sind Bestandteil der Zielgruppe des JMD. Der JMD unterstützt Initiativen und Institutionen, die für den Integrationsprozess junger Migrantinnen und Migranten relevant sind, einschließlich der Bevölkerung im Lebensumfeld der jungen Menschen. Folgende Ziele verfolgt der JMD:  Verbesserung der Integrationschancen (sprachliche, soziale, schulische und berufliche Integration),  Förderung von Chancengerechtigkeit und Teilhabe,  Förderung des fairen Umgangs miteinander und Resilienz im Kontext von Diskriminierungserfahrungen,  Förderung der Partizipation in allen Bereichen des sozialen, kulturellen und politischen Lebens. 63 Vgl. Jugendmigrationsdienste.de als Eisbrecher Zielgruppe JMD Ziele des JMD

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