Auslandsadoption

Die Präambel des Haager Adoptionsübereinkommens, dem Deutschland am 01.03.2002 beigetreten ist, beschreibt die oberste Maxime einer Auslandsadoption:

"Die Vertragsstaaten haben sicherzustellen, dass internationale Adoptionen zum Wohle des Kindes und unter Wahrung seiner Grundrechte stattfinden. Durch die Einführung strenger Verfahrensregeln soll der Entführung und dem Verkauf von sowie dem Handel mit Kindern wirksam begegnet werden."

Eine Auslandsadoption ist eine nachrangige Option, um für ein Kind Eltern zu finden, denn jedes Kind hat ein Recht darauf in seinem Kulturkreis aufzuwachsen.
Es werden folglich immer erst im Heimatland des Kindes Adoptiveltern gesucht (Subsidaritätsprinzip). Erst wenn all diese Bemühungen scheitern, kann eine Vermittlung ins Ausland angedacht werden. Entsprechend werden Kinder in der Regel frühestens ab einem Alter von zwei Jahren ins Ausland vermittelt.
Häufig liegen dann nur wenige Informationen zur Vorgeschichte, der Herkunft und der ge­sund­heitlichen Situation des Kindes vor.

Die Zusammenarbeit der an der Auslandsadoptionsvermitt­lung beteiligten Fach­stel­len im Heimatland der Bewerber und des Kindes erfordern Zeit, Vertrauen in die Ar­beit dieser Stellen und viel Risikobereitschaft, Geduld, Flexibilität und Enthusiasmus der Adoptions­bewerber. Eine zusätzliche Belastung der Er­zie­hungs­si­tua­tion aufgrund der Ent­wurzelung des Kindes ist zu berücksichtigen.
Die fachkundige Begleitung der Adoption durch die zur Aus­lands­adop­tions­ver­mitt­lung befugten Fachstellen ist somit besonders wichtig und hilfreich.
Die Durchführung einer internationalen Adoption ohne die Begleitung einer Auslandsvermittlungsstelle ist gesetzlich untersagt und erhält grundsätzlich in Deutschland keine Anerkennung.