Sachliche Zuständigkeit

Grundsätzlich muss vor der Erfüllung öffentlicher Aufgaben festgelegt werden, wel­che Behörde für eine Entscheidung oder eine Leistung sach­lich zuständig sein soll. Grundsätzlich sind nach § 85 Abs.1 SGB VIII für Leistungen  und für andere Aufgaben im Be­reich der öffentlichen Jugendhilfe vor Ort die örtlichen Träger der Jugendhilfe sachlich zuständig (das sind Landkreise, kreisfreie Städte und kreis­an­ge­hö­ri­ge Gemeinden).


Für Aufgaben von übergeordneter Bedeutung wie Erhaltung der fach­li­chen Qualität, überörtliche Planung und Beratung und Fortbildung der Mitarbeiter der öffentlichen wie auch der freien Jugendhilfe verlagert sich die sachliche Zuständigkeit nach § 85 Abs.2 SGB VIII vom ört­lichen Träger auf das Landesjugendamt, das für den Frei­staat Bayern die Aufgaben des überörtlichen Trägers (Art. 24 AGSG) wahrnimmt.

Die sachliche Zuständigkeit des überörtlichen Trägers umfasst ihrem Charakter nach überwiegend beratende, fördernde und planende Auf­gaben und die Fort­bil­dung der Mitarbeiter der öffentlichen wie auch freien Jugendhilfe. Dem Landes­ju­gend­amt obliegt in diesem Zu­sam­men­hang die Verantwortung für den Ausbau der Fachlichkeit innerhalb der Jugendhilfe. Diese Aufgabe wird insbesondere durch die Ent­wick­lung fachlicher Empfehlungen und die Beratung örtlicher Jugend­hilfe­trä­ger wahrgenommen.

Neben dieser sachlichen Zu­stän­dig­keit bleiben besondere Zu­stän­dig­kei­ten be­ste­hen, die beim Inkrafttreten des SGB VIII im Januar 1991 in Bayern bereits anderen Behörden übertragen waren (Bayerischer Jugendring, Bezirksregierungen, Bezirke).

Oberste Landesjugendbehörde

Oberste Landesjugendbehörde ist das Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. Aufgabe der obersten Landesjugendbehörden ist es, die Tätigkeit der Träger der öffentlichen und der freien Jugendhilfe und die Weiter­ent­wick­lung der Jugendhilfe anzuregen und zu fördern.