Broschüren

Personalbemessung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern (PeB)

Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII
 

Vorbemerkung


Mit der jetzt vorgelegten neuen Kernprozessbeschreibung für den Bereich der Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII in Verbindung mit den Vorgaben aus dem SGB IX und dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) erfüllen die Kooperationspartner von PeB den Anspruch, auf gesetzliche Veränderungen zu reagieren, vorhandene PeB-Kernprozessbeschreibungen anzupassen und somit einen Beitrag zur Qualitätssicherung in der bayerischen Kinder- und Jugendhilfe zu leisten.
Bereits seit 2008 beschäftigt sich das ZBFS – Bayerisches Landesjugendamt in Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbänden mit der Frage, in welcher Form sich übergreifende Qualitätsstandards für die Kinder- und Jugendhilfe in Bayern beschreiben lassen, sodass diese an die jeweiligen Bedingungen in den Jugendämtern vor Ort angepasst und somit als Grundlage für die Personalbemessung und Qualitätssicherung der örtlichen Träger der Jugendhilfe genutzt werden können.
Als Ergebnis dieser Überlegungen wurde das Projekt „Personalbemessung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern – PeB“ initiiert. An dem Projekt haben sich bis März 2020 ca. 70 % der Landkreise bzw. kreisfreien Städte in Bayern beteiligt. Getragen wird es vom ZBFS – Bayerisches Landesjugendamt, dem Bayerischen Landkreistag sowie dem Institut für Sozialplanung und Organisationsentwicklung (IN/S/O). Der Bayerische Städtetag empfiehlt seinen Mitgliedern mit Beschluss des Vorstandes die Teilnahme an PeB. Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband begrüßt die Ergebnisse des PeB-Projekts und wird
bei seinen Beratungen und Prüfungen die dort entwickelten fachlichen Standards zugrunde legen.
Das Projektergebnis, zusammengefasst in diesem Handbuch, liefert dazu die Grundlagen:

  • die die wichtigsten Aufgaben der Jugendhilfe vor Ort beschreiben,
  • die in Teilprozesse gegliedert sind, welche sich an den vorherrschenden Ablaufprozessen orientieren,
  • die den Standards des Kinder- und Jugendhilferechts sowie anerkannten fachlichen Empfehlungen und Vollzugshinweisen entsprechen,
  • die Zeitbudgets für einzelne Tätigkeiten und Häufigkeiten von Teilprozessen zu benennen.

Die bislang entwickelten Kernprozessbeschreibungen sind in sechs Handbüchern veröffentlicht worden:

a) Personalbemessung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern (PeB). Projektbericht und Handbuch (Kernprozesse für die Sozialen Dienste), 2009
b) Personalbemessung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern (PeB). Evaluiertes Handbuch (Kernprozesse für die Sozialen Dienste), 2013
c) Personalbemessung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern (PeB). Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UmF) (Kernprozesse für die Sozialen Dienste, die Wirtschaftliche Jugendhilfe sowie die Amtsvormundschaft), 2014
d) Personalbemessung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern (PeB). Ergänzungsband zum evaluierten Handbuch (Kernprozesse für die Wirtschaftliche Jugendhilfe, Kindertagespflege, Beistandschaft, Amtsvormundschaft), 2015
e) Personalbemessung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern (PeB). Unbegleitete Minderjährige (Kernprozesse für die Sozialen Dienste, die Wirtschaftliche Jugendhilfe sowie die Amtsvormundschaft), 2016
f) Personalbemessung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern (PeB). Unterhaltsvorschussgesetz (UhVorschG) – bekannt als UVG (Kernprozesse für die Leistungsgewährung, Heranziehung, Ersatz- und Rückzahlungspflicht), 2018

Die jetzt vorliegende Kernprozessbeschreibung für die Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII basiert auf der bereits 2013 veröffentlichen Kernprozessbeschreibung „§§ 27 ff. SGB VIII – Hilfe zur Erziehung (HzE) und andere hilfeplangesteuerte Leistungen (§§ 13, 19, 20, 35a, 41 SGB VIII)“, die im Evaluierten PeB-Handbuch, Kernprozesse für die Sozialen Dienste, veröffentlicht wurde. Der im PeB-Handbuch 2013 beschriebene Kernprozess für die „Hilfen zur Erziehung sowie die anderen hilfeplangesteuerten Leistungen“ bleibt in seiner beschriebenen Form erhalten, lediglich für die Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII gilt diese Prozessbeschreibung nicht mehr, sondern die jetzt vorliegende neue Kernprozessbeschreibung. Die örtlichen Träger der Jugendhilfe, die sich im Rahmen ihrer Qualitätssicherung nach § 79a SGB VIII an den PeB-Kernprozessbeschreibungen orientiert haben, müssen ihre Prozessbeschreibung und damit ihre Prozessabläufe entsprechend anpassen.
Die Erstellung und Abstimmung der Kernprozessbeschreibung „§ 35a SGB VIII – Eingliederungshilfe“ erfolgte in Verantwortung des ZBFS – Bayerisches Landesjugendamt, des Institutes IN/S/O und mit Beteiligung der unten aufgeführten Jugendämter und in Abstimmung mit den Kommunalen Spitzenverbänden sowie dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband.
Die Veröffentlichung soll die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe als Rehabilitationsträger in die Lage versetzen, die fachlichen Standards (auch mit Blick auf die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes – BTHG) in ihrer Ablauforganisation zur Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII zu überprüfen, anzupassen und diese Ergebnisse dann für ihre Personalbemessung zu nutzen.
Die Praxis innerhalb der Jugendämter sowie die Erfahrungen aus der Kooperation der verschiedenen Rehabilitationsträger wird in den nächsten Monaten zeigen, inwieweit Anpassungen in den jetzt beschriebenen Qualitätsstandards, Abläufen und mittleren
Bearbeitungszeiten für die Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII erforderlich werden. Wie bei anderen PeB-Kernprozessbeschreibungen auch, werden die Kooperationspartner deshalb bereits jetzt in einen Evaluationsprozess eintreten und bei Bedarf eine Anpassung der Kernprozessbeschreibung für die Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII vornehmen.
Spätestens in zwei Jahren sollen die Erfahrungen zusammen mit den Jugendämtern vor Ort, den Kommunalen Spitzenverbänden sowie dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband ausgewertet und entschieden werden, ob eine Anpassung erforderlich ist.
Zum methodischen Vorgehen von Qualitätssicherung und Personalbemessung auf der Basis der bayerischen PeB-Handbücher finden sich im „Evaluierten Handbuch für die Sozialen Dienste“ weiter gehende Ausführungen und Hinweise.
An dieser Stelle sei noch einmal allen am Prozess der Erstellung, Anpassung und Überprüfung der Kernprozesse beteiligten Personen herzlich für ihre Mitwirkung gedankt. Die vorliegende Veröffentlichung soll dazu beitragen, die Qualität der Kinder- und Jugendhilfe in Bayern nachhaltig zu sichern. Gleichzeitig ist sie ein Beleg dafür, dass das Projekt PeB auf eine langfristige Sicherung von Qualität und Standards in der bayerischen Kinder- und Jugendhilfe zielt.

Stand: Mai 2020