Broschüren

Personalbemessung der
örtlichen Träger der
öffentlichen Jugendhilfe
in Bayern (PeB) - Mitwirkung in Verfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz – § 52 SGB VIII

 

 

Vorbemerkung
In der jetzt vorgelegten neuen Kernprozessbeschreibung für den Bereich der „Mitwirkung in
Verfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz – § 52 SGB VIII“ werden die gesetzlichen Änderungen
durch das „Gesetz zur Stärkung der Verfahrensrechte von Beschuldigten im Jugendstrafverfahren“,
das am 17.12.2019 in Kraft getreten ist, aufgegriffen und den bereits seit dem
Jahr 2013 vorliegenden PeB-Kernprozessen angepasst. Den örtlichen Trägern der öffentlichen
Jugendhilfe liegt damit zeitnah zur gesetzlichen Änderung ein angepasster Kernprozess
für die Jugendhilfe in Strafverfahren (JuHiS) vor, der sicherlich einen weiteren Beitrag zur Qualitätssicherung
in der bayerischen Kinder- und Jugendhilfe leisten wird.
Bereits seit 2008 beschäftigt sich das ZBFS – Bayerisches Landesjugendamt in Kooperation
mit den kommunalen Spitzenverbänden mit der Frage, in welcher Form sich übergreifende
Qualitätsstandards für die Kinder- und Jugendhilfe in Bayern beschreiben lassen, sodass
diese an die jeweiligen Bedingungen in den Jugendämtern vor Ort angepasst und somit als
Grundlage für die Personalbemessung und Qualitätssicherung der örtlichen Träger der Jugendhilfe
genutzt werden können.
Als Ergebnis dieser Überlegungen wurde das Projekt „Personalbemessung der örtlichen Träger
der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern – PeB“ initiiert. An dem Projekt haben sich bis März
2020 ca. 70 % der Landkreise bzw. kreisfreien Städte in Bayern beteiligt. Getragen wird es
vom ZBFS – Bayerisches Landesjugendamt, dem Bayerischen Landkreistag sowie dem Institut
für Sozialplanung und Organisationsentwicklung (IN/S/O). Der Bayerische Städtetag empfiehlt
seinen Mitgliedern mit Beschluss des Vorstands die Teilnahme an PeB. Der Bayerische
Kommunale Prüfungsverband begrüßt die Ergebnisse des PeB-Projekts und wird bei seinen
Beratungen und Prüfungen die dort entwickelten fachlichen Standards zugrunde legen.
Das Projektergebnis, zusammengefasst in diesem Handbuch, liefert dazu die Grundlagen:
- die die wichtigsten Aufgaben der Jugendhilfe vor Ort beschreiben,
- die in Teilprozesse gegliedert sind, welche sich an den vorherrschenden Ablaufprozessen
orientieren,
- die den Standards des Kinder- und Jugendhilferechts sowie anerkannten fachlichen
Empfehlungen und Vollzugshinweisen entsprechen,
- die Zeitbudgets für einzelne Tätigkeiten und Häufigkeiten von Teilprozessen zu benennen.
Die bislang entwickelten Kernprozessbeschreibungen sind in sieben Handbüchern veröffentlicht
worden:
a) Personalbemessung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern (PeB).
Projektbericht und Handbuch (Kernprozesse für die Sozialen Dienste), 2009
b) Personalbemessung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern (PeB).
Evaluiertes Handbuch (Kernprozesse für die Sozialen Dienste), 2013
c) Personalbemessung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern (PeB).
Ergänzungsband zum evaluiertes Handbuch (Kernprozesse für die Wirtschaftliche Jugendhilfe,
Kindertagespflege, Beistandschaft, Amtsvormundschaft), 2015
d) Personalbemessung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern (PeB).
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UmF) (Kernprozesse für die Sozialen Dienste,
die Wirtschaftliche Jugendhilfe sowie die Amtsvormundschaft), 2014
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e) Personalbemessung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern (PeB).
Unbegleitete Minderjährige (Kernprozesse für die Sozialen Dienste, die Wirtschaftliche
Jugendhilfe sowie die Amtsvormundschaft), 2016
f) Personalbemessung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern (PeB).
Unterhaltsvorschussgesetz (UhVorschG) – bekannt als UVG (Kernprozesse für die
Leistungsgewährung, Heranziehung, Ersatz- und Rückzahlungspflicht), 2018
g) Personalbemessung der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern (PeB).
Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII (Kernprozess für die Sozialen Dienste), 2020
Die jetzt vorliegende neue Kernprozessbeschreibung für die „Mitwirkung in Verfahren nach
dem Jugendgerichtsgesetz – § 52 SGB VIII“ basiert auf den bereits 2013 veröffentlichten Kernprozessbeschreibungen
§ 52 SGB VIII, die im evaluierten PeB-Handbuch „Kernprozesse für
die Sozialen Dienste“ veröffentlicht wurden. Die im PeB-Handbuch 2013 beschriebenen Kernprozesse
für die JuHiS werden durch den neuen Kernprozess „Mitwirkung in Verfahren nach
dem Jugendgerichtsgesetz – § 52 SGB VIII“ ersetzt. Eine Auffächerung in mehrere Kernprozessbeschreibungen
wurde nicht mehr vorgenommen, stattdessen wurde hinsichtlich verschiedener
„Zugänge“ unterschieden, die den Mitwirkungsauftrag gemäß § 52 SGB VIII i. V.
m. § 38 JGG auslösen. Die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe, die sich im Rahmen
ihrer Qualitätssicherung nach § 79a SGB VIII an den PeB-Kernprozessbeschreibungen orientiert
haben, müssen ihre Prozessbeschreibungen und die damit verbundenen Prozessabläufe
für die JuHiS entsprechend des neuen Kernprozesses „Mitwirkung in Verfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz
– § 52 SGB VIII“ anpassen.
Die Erstellung und Abstimmung der Kernprozessbeschreibung für die JuHiS erfolgte in Verantwortung
des ZBFS – Bayerisches Landesjugendamt, des Institutes IN/S/O und mit Beteiligung
der unten aufgeführten Jugendämter und in Abstimmung mit den Kommunalen Spitzenverbänden
sowie dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband.
Die Veröffentlichung soll die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in die Lage versetzen,
die fachlichen Standards in der JuHiS vor dem Hintergrund des „Gesetzes zur Stärkung
der Verfahrensrechte von Beschuldigten im Jugendstrafverfahren“ zu überprüfen, anzupassen
und diese Ergebnisse dann für ihre Personalbemessung zu nutzen.
Die Praxis innerhalb der Jugendämter sowie die Erfahrungen in der Kooperation mit der Polizei,
den (Jugend-)Staatsanwaltschaften und den Jugendgerichten wird in den nächsten Monaten
zeigen, inwieweit Anpassungen in den jetzt beschriebenen Qualitätsstandards, Abläufen
und mittleren Bearbeitungszeiten für die „Mitwirkung in Verfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz
– § 52 SGB VIII“ erforderlich werden. Wie bei anderen PeB-Kernprozessbeschreibungen
auch, werden die Kooperationspartner deshalb bereits jetzt in einen Evaluationsprozess
eintreten und bei Bedarf eine Anpassung der Kernprozessbeschreibung für die JuHiS vornehmen.
Spätestens in zwei Jahren sollen die Erfahrungen zusammen mit den Jugendämtern vor
Ort, den Kommunalen Spitzenverbänden sowie dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband
ausgewertet und es soll entschieden werden, ob eine Anpassung erforderlich ist.
Zum methodischen Vorgehen von Qualitätssicherung und Personalbemessung auf der Basis
der bayerischen PeB-Handbücher finden sich im „Evaluierten Handbuch für die Sozialen
Dienste“ weiter gehende Ausführungen und Hinweise.
An dieser Stelle sei noch einmal allen am Prozess der Erstellung, Anpassung und Überprüfung
der Kernprozesse beteiligten Personen herzlich für ihre Mitwirkung gedankt. Die vorliegende
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Veröffentlichung soll dazu beitragen, die Qualität der Kinder- und Jugendhilfe in Bayern nachhaltig
zu sichern. Gleichzeitig ist sie ein Beleg dafür, dass das Projekt PeB auf eine langfristige
Sicherung von Qualität und Standards in der bayerischen Kinder- und Jugendhilfe zielt.
München, Wessobrunn, im Juli 2020